Olympia damals und heute · 28. September 2026
Olympiapark München: Was war hier 1972 – und was ist heute?
Stadion, Halle, Schwimmhalle, Dorf und Erinnerungsort: ein quellenbasierter Überblick darüber, wie sich Münchens Olympiagelände seit 1972 verändert hat.

Wer heute vom Olympiaberg auf das Zeltdach blickt, sieht mehr als eine Kulisse für alte Sportbilder. Das Gelände wurde für die Sommerspiele 1972 gestaltet und von Anfang an mit einer Zeit nach den Spielen gedacht. Deshalb kann man seine Geschichte an ganz unterschiedlichen Orten erzählen: an einer großen Sportstätte, in einer Schwimmhalle, im Wohnviertel nebenan und an einem Ort des Gedenkens. Dieser Überblick ist anhand der Veröffentlichungen der Stadt München und der Olympiapark München GmbH entstanden; er ist kein Bericht über einen eigenen Rundgang vor Ort.
Ein Park mit einem Plan für danach
Die Stadt beschreibt das Gelände als „Park für alle“. Sport, Landschaft und öffentliche Wege sollten zusammenpassen. Das unterscheidet den Olympiapark von einer bloßen Ansammlung von Arenen. Der Park wird heute für Erholung, Veranstaltungen und Sport genutzt. Die nacholympische Nutzung war schon bei der Planung ein Thema. Gleichzeitig braucht eine Anlage nach fünf Jahrzehnten Pflege, neue Entscheidungen und gelegentlich Sanierungen.
Wer einen Besuch plant, sollte deshalb die aktuellen Angaben der Betreiber prüfen. Laut der aktuellen Sightseeing-Seite sind Olympiaturm und Olympiastadion sanierungsbedingt geschlossen. Die Geschichte des Ortes lässt sich trotzdem über die offiziellen Informationen erschließen, ohne eine zugängliche Führung oder einen offenen Innenraum vorauszusetzen.
Olympiastadion: von Medaillen zu Konzerten
1972 fanden hier die Leichtathletikwettbewerbe statt. Das geschwungene Zeltdach wurde zum bekanntesten Bild des Parks. Später war das Stadion über Jahrzehnte Fußballort und Bühne für große Konzerte und weitere Sportereignisse. Die Nutzung änderte sich, die Architektur blieb als prägende Form sichtbar. Dass ein Stadion nach den Spielen eine Aufgabe findet, ist ein Teil der Erfolgsgeschichte. Welche baulichen Eingriffe für eine künftige Nutzung nötig sind, muss dennoch jeweils neu geprüft werden.
Olympiahalle und Schwimmhalle: weiter im Gebrauch
Die Olympiahalle war 1972 Ort für Turnen und die Handballfinals. Heute wird sie vor allem für Veranstaltungen genutzt. Die Olympia-Schwimmhalle erinnert an die Wettkämpfe der Spiele und wurde schon ein Jahr später für das öffentliche Baden geöffnet. Beide Beispiele machen die Frage nach einer Sportstätte anschaulich: Ein Gebäude erfüllt nach einem einmaligen Großereignis nur dann dauerhaft einen Zweck, wenn Menschen es später tatsächlich nutzen können und seine Instandhaltung gesichert ist.
Das Olympische Dorf ist ein Wohnort
Das frühere Dorf für Sportlerinnen und Sportler ging nach den Spielen in eine andere Nutzung über. Die städtische Jubiläumspublikation beschreibt es heute als Wohngebiet. Wer über das Erbe der Spiele spricht, sollte deshalb neben Arenen auch Wohnungen und Alltag sehen. Menschen leben dort, wo 1972 eine zeitlich begrenzte Unterbringung organisiert war. Das macht das Gelände zu einem Stück Stadt und nicht nur zu einer historischen Sportanlage.
Zur Geschichte gehört das Attentat
Die Erinnerung an München 1972 darf nicht beim heiteren Erscheinungsbild der Spiele stehen bleiben. Beim terroristischen Angriff auf die israelische Delegation wurden Menschen getötet. Der Erinnerungsort am Kolehmainenweg widmet sich den Opfern und den Ereignissen. Die Olympiapark München GmbH nennt ihn ausdrücklich als Teil der Auseinandersetzung mit der Geschichte. Ein Text über das Gelände ist ohne dieses Kapitel unvollständig.
Was zeigt der Vergleich für eine neue Bewerbung?
Der Blick auf den Park beantwortet nicht automatisch die Frage, ob neue Olympische Spiele sinnvoll wären. Er stellt aber gute Prüfsteine bereit: Wie werden Anlagen nach einem Ereignis verwendet? Wer trägt Unterhalt und Sanierung? Welchen Zugang hat die Stadtgesellschaft? Und wie wird mit der Geschichte des Ortes umgegangen? In unserem Beitrag zum Erbe des Olympiaparks geht es um die großen Linien; die Übersicht zu Sportstätten von 1972 ordnet die einzelnen Anlagen und ihre spätere Nutzung ein.
Redaktionsstand: 28.09.2026. Öffnungszeiten und Sanierungen können sich ändern; dafür sind die verlinkten offiziellen Seiten maßgeblich.